Vers des Monats Mai

Tipp des Monats

Vers des Monats Mai

 

Klagelieder 3

 

Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen: Gnadenbeweise des Herrn sind’s, dass wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende; sie ist jeden Morgen neu und deine Treue ist groß!

Klagelieder 3,21-23

 

Jeremia sieht das Positive in seinen Umständen

Jeremia ist eine Prophet im Alten Testament, er wirkte von 632-582 v. Chr. Sein Prophetendienst unter den Königen von Juda war schwer, da niemand seine Vorhersagungen vom Untergang Judas und Jerusalems glauben wollte.

Die Klagelieder sind nach der Zerstörung Jerusalems und der Wegführung großer Teile der Bevölkerung entstanden. In ihnen klagt Jeremia über die Verwüstung und das Leid und über das notwendige Gericht Gottes über sein sündiges Volk.

Nebukadnezar, der große babylonische König, hat Jerusalem zerstört, den König, seine Söhne und viele weitere Leute getötet und fast alle Menschen verschleppt.

Inmitten von Elend und Ruin sitzt Jeremia und beweint sein Volk und Jerusalem. Er trauert über das Unglück, die Armut, die Zerstörung der Stadt und des herrlichen salomonischen Tempels. Er und die anderen übriggebliebenen Menschen haben alles verloren.

Und inmitten von Schmerz hat Jeremia die Kraft zu sagen: Dieses will ich meinem Herzen vorhalten, oder mir ins Gedächtnis zurückrufen, dieses will ich bedenken:

Es ist ein Beweis für Gottes Gnade, dass die Einwohner von Juda und Jerusalem nicht vollständig vernichtet wurden, er hat einen Überrest übriggelassen.

Nicht alle Einwohner wurden nach Babel verschleppt.

 

Aber von den Geringen des Landes ließ Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, einige als Weingärtner und Bauern zurück.”

Jer 52,16

 

Einige der untersten Schicht wurden zur Landwirtschaft angewiesen, damit das Land nicht völlig zerfiel, sondern Äcker und Weinberge bewirtschaftet wurden. Dies war eine ökonomische Entscheidung seitens der Besatzer und keine Belohnung: Harte Arbeit und hohe Abgaben warteten auf die Betroffenen.

Aber wie Gott versprochen hatte: Ein kleiner Überrest sollte übrigbleiben (5. Mose 28,62 und Jesaja 6,13).

 

Jeremia erinnert sich an Gottes Eigenschaften

Weil das Volk gesündigt hatte, sich nicht an das Gesetz gehalten und dazu fremde Götter angebetet hatte, musste Gott Gericht halten. Dieses Gericht sah vor (wie in 5. Mose beschrieben), dass das Volk besiegt, verschleppt und getötet werden sollte, aber nicht komplett vernichtet werden würde (wie es eigentlich gerecht wäre). Ein kleiner Überrest sollte übrigbleiben.

Dies ist der Beweis der Gnade, den Jeremia sich vor Augen hält: Der Beweis, dass Gott gnädig im Zorn ist und seine Barmherzigkeit nicht aufgebraucht ist.

In einer Situation, die ausweglos erscheint, ist dies ein immenser Trost für Jeremia, der Silberstreif am Horizont: Gott wird nicht von Zorn übermannt, sondern seine Eigenschaften, dass er gnädig und barmherzig ist, gelten immer noch.

Jeremia kann Hoffnung fassen, weil er Gott kennt und weiß, was er versprochen hat.

 

Jeremia preist Gott

Dies führt Jeremia dazu, dass er Gott preist: Seine Barmherzigkeit ist jeden Morgen neu und deine Treue ist groß!

Die Erkenntnis von Gottes Wesen führt zu Anbetung. Gottes Eigenschaft und sein Wesen sind unabhängig von Jeremias Umständen, sie sind wie die Sterne über dem Sturm. Gott passt sich nicht an, sondern an ihm muss sich alles ausrichten. Er ist die Wahrheit und nur in Wahrheit kann man ihn anbeten (Joh 4,23).

Jeremia tut genau das Richtige: Er erkennt Gottes Wesen und spricht dies in Ehrfurcht aus und staunt darüber. Sein Herz ist mit Dankbarkeit und Zuversicht erfüllt. Der Schmerz ist nicht vergessen, aber erträglich geworden. Die Umständen haben sich nicht geändert, aber Jeremias’ Perspektive hat sich von Verzweiflung zu stiller Zuversicht und Hoffnung gedreht.

 

Der Herr ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm sucht.

Klagelieder 3,25

 

Gerade jetzt in der Pandemie ist das eine gute Übung für uns.

Hier sind drei Punkte, die du für dich selbst oder zusammen mit einer Freundin durchgehen kannst:

  • Wo in deinen Umständen kannst du Gutes entdecken? Gibt es etwas, wofür du dankbar bist?
  • Was sagt das Gute in deinem Leben über Gott aus? Wenn du zur Zeit nichts Gutes in deinem Leben findest, wo in der Bibel kannst du mehr über Gottes Eigenschaften erfahren?
  • Nimm diese Dinge als Anlass, Gott anzubeten.

 

Barmherzigkeit bedeutet, gnädig im Zorn zu sein.

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