Dekadenwechsel

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Dekadenwechsel

 

In fast anderthalb Monaten habe ich Geburtstag. Nicht nur irgendeinen Geburtstag, sondern einen runden.

Den dritten nämlich.

 

Vorbereitung?

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich müsste mich da besonders drauf vorbereiten, irgendwas tun, eine Bucket List abarbeiten, um bereit zu sein für die drei vor der Null. Man könnte auch sagen, dass ich langsam ein bisschen nervös werde. 😉

Dieses Gefühl, ich müsste etwas tun, setzt mich voll unter Druck. Als wäre es kein guter Geburtstag, wenn ich mir nicht genug Gedanken gemacht hätte.

Wie bereite ich mich gut vor auf das nächste Jahrzehnt?

Wie lebe ich die letzten Wochen der Zwanziger? Nochmal so richtig einen draufmachen?

Gibt es Dinge, die ich nur noch jetzt tun kann?

Oder ist das Ganze nur in meinem Kopf und ich mache mich selbst völlig verrückt?

Wahrscheinlich.

 

Ich möchte jedenfalls nicht einfach so in die Dreißiger hineinstolpern, einfach so, weil mir das halt passiert. Sondern ich möchte mir dessen bewusst sein, mit wachem Bewusstsein diesen Schritt erleben, mit weit geöffneten Augen hineingehen.

 

Ziele setzen

Ist es realistisch, sich Ziele für ganze zehn Jahre zu stecken? Vergisst man sie nicht nach drei Wochen wieder wie Dinge, die man sich an Neujahr vornimmt?

Ich denke, mein Lebensgefühl wird sich dann verändern, wie immer bei großen Veränderungen. Es wird wahrscheinlich nicht mehr das flippige 20er Gefühl sein (obwohl ich mich generell eher nicht als flippig bezeichnen würde 😀 ), aber ich hoffe auch, dass es nicht in ein ehrwürdiges Mitte-des-Lebens-Gefühl umschlagen wird. So als würde man in der Ferne schon die Rente am Horizont sehen.

Ich würde mich gerne fühlen wie angekommen. Bei mir selbst. Im Leben.

Und zufrieden sein: Mit mir selbst, mit mir alleine, mit den Umständen.

 

Dekadenwechsel

 

Dankbarkeit

Ich denke, es bedeutet auch, Abschied zu nehmen. Zurückzublicken und dankbar zu sein für die Möglichkeiten, die man genutzt hat, die Schwierigkeiten, die man überstanden hat und wie man im Glauben gewachsen ist. Dass man erkennt, was Gott Gutes getan und wie er durchgetragen hat.

Ich bin dankbar, dass ich studieren durfte. Dass ich ein Auslandsjahr in Israel machen und mich neu zu Gott hinwenden durfte. Ich konnte drei Jahre eine Bibelschule besuchen und habe unglaublich viel gelernt, auch über mich selbst, auch während der Mitarbeit beim Flüchtlingshilfeprojekt und in der Zeit danach.

 

Ausblick

Gott hat überreichlich Gnade und Veränderung geschenkt. Ich lerne jeden Tag neu, was es heißt, aus der Gnade und seiner Kraft zu leben.

Ich wünsche mir, dass das auch in den nächsten zehn Jahren so bleibt.

Festhalten an Gott soll mein Ziel sein, der unverwandte Blick auf Christus und seine Erlösungstat am Kreuz und die Freude darüber.

Dass ich vor dem nächsten runden Geburtstag sagen kann: Ich habe mehr gelernt, Gott zu vertrauen. Ich habe seine Gnade erlebt und seine Herrlichkeit bestaunt. Ich habe meine Dreißiger zu seiner Ehre gelebt.

Ich denke, so wird auch das nächste Jahrzehnt gut werden.

 

Bereitet ihr euch auf Geburtstage vor? Wie geht ihr damit um, wenn der nächste Geburtstag vor der Tür steht?

 

 

4 Kommentare zu “Dekadenwechsel”

  1. Sharela

    Hallo Friede,

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass ein ganzes Jahr über “nichts geschieht” und man dann plötzlich ein ganzes Jahr älter wird;-) Deshalb versuche ich oft, meinen Geburtstag nicht so wichtig zu nehmen (klappt auch nicht immer und manchmal macht einem da auch die Clique einen Strich durch die Rechnung) ;-D

    Aber mit diesem Rückblick und Ausblick… das mache ich auch so wie du. Ich finde es schön, sich die Zeit zu nehmen und sich zu orientieren. Wo will ich hin im Leben, und wo stehe ich jetzt? Und wie komme ich näher zu Gott?

    Also: Keine Panik. Gott führt dich auch durch die nächsten 30 Jahre, und darüber hinaus!

  2. fraufriede

    Liebe Sharela,
    ich denke normalerweise auch nicht so stark über das Älterwerden oder meine Geburtstage nach, aber wenn dann doch ein ganzes Jahrzehnt vorbei ist, ist das schon ein komisches Gefühl. Das war, als ich zwanzig wurde, genauso. 🙂 Ja, ich finds voll wichtig, über die vergangene Zeit nachzudenken, Dinge zu erkennen und daraus zu lernen (hoffentlich 🙂 ), um in der kommenden Zeit nicht dieselben Fehler zu machen.
    Vielen Dank für deine Ermutigung! Ich sollte mir viel öfter bewusst machen, dass Gott mich führen möchte, da würden einige Sorgen schon mal ganz klein werden.
    Liebe Grüße!

  3. Anne A.

    Ich wünsch dir auch, dass deine nächsten zehn Lebensjahre ganz sehr gesegnet sind und daran wächst!
    Ich merk bei mir, obwohl ich ja noch nicht so stark auf die 30 zugehe, dass die Herausforderung mit zunehmendem Alter ist, Gott trotz der Umstände zu vertrauen …. oder eben gerade darin, AUCH wenn er uns nicht jeden Wunsch erfüllt. Wenn man jünger ist, finde ich zumindest, können die Enttäuschungen noch andere Menschen, der Partner, Jobträume etc. abfedern, aber irgendwann bleibt im Kern “ich & Gott” und die Dinge, die wir klären … oder eben nicht. Darauf würde ich mich auch vorbereiten, egal ob zur neuen Dekade oder generell zum Älterwerden. 🙂
    Mir ging’s zur 20 auch übelst so, dass ich aufgeregt war (meine Gäste können ein Lied davon singen^^), die Veränderung von 1 zu 2 übelst wichtig genommen und irgendwie meine Jugend verabschiedet habe.
    glg! Anne

  4. fraufriede

    Vielen Dank liebe Anne! 🙂 Du hast recht, am Ende bleibt die Beziehung Gott&ich – da lohnt es sich immer, zu investieren! Vor allem in das Vertrauen, das ist bei mir auch die Herausforderung. Ich denke auch, dass es ein Prozess ist, Wünsche loslassen zu lernen bzw sich nicht dran festzuklammern, sondern alles Gott zu überlassen.
    Mal schauen, wie aufgeregt ich sein werde 😉

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