Vom Nest und der Zuckerdose

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Nest – Jeder braucht eins

 

Dieser Spruch steht für diesen Monat auf einem meiner Kalender.

Ein Nest ist ja eigentlich eine Erfindung der Vögel. Aber als Bild ist es so eine gute Verdeutlichung von Dingen, die auch wir Menschen ganz besonders brauchen, nämlich Geborgenheit, Wärme und ein sicherer Platz, wo wir uns wohlfühlen können.

Normalerweise sollte ja das Zuhause so ein Ort sein, wo man sich sicher fühlt, wo man sich wohlfühlt und wo man sich gerne aufhält.

Was ungemein dazu beiträgt, sind andere Menschen, mit denen man zusammen wohnt. Als Single ist das manchmal gar nicht so einfach, weil die Eltern unter Umständen weit weg wohnen und man vielleicht nicht das große Glück hat, mit seinen Geschwistern in einer coolen WG zusammenzuwohnen.

 

Und dann war da die Zuckerdose…

 

Bei facebook bin ich in einer Gruppe, die quasi ein Online-Flohmarkt für unsere Stadt ist. Jemand bot dort letzte Woche Teekannen an, so richtig schöne alte, mit verschiedenen Mustern. Also machte ich einen Termin mit der Person aus und als ich dann da war, hatte er noch viel mehr Zeug rumstehen, das er loswerden wollte, also dachte ich, kann ja nicht schaden, mal zu gucken. 🙂

Naja, war vielleicht nicht die beste Idee, denn dann sah ich eine kleine Zuckerdose, die das gleiche Muster wie meine Teekanne hatte und ich war sofort hin und weg. Und dann dachte ich, also wenn ich jetzt schon die Kanne und die Zuckerdose habe, dann muss ich auch noch Tassen und Untertassen dazu kaufen. Die standen nämlich passenderweise daneben.

Also bin ich dann mit Teekanne, Zuckerdose und vier Tassen mit Untertassen nach Hause gegangen.

 

geschirr01

 

Aber wisst ihr was? Ich habe mich so gefreut! Es ist mein erstes richtiges Geschirr. Und es passt auch noch zusammen! Und es ist so süß! Es steht jetzt in meinem Zimmer (ich habe es noch nicht eingeräumt) und jedesmal, wenn ich es anschaue, freue ich mich schrecklich.

Denn es bedeutet, dass ich langsam meinen eigenen Haushalt zusammenstelle und ja, erwachsen werde. So komisch das klingt. 🙂

Es bedeutet auch, dass ich schönes Geschirr habe, wenn Gäste kommen.

Es bedeutet vor allem, dass ich mir mein Nest ausbaue.

Mich so einrichte, dass ich mich wohlfühle.

Es bedeutet auch, dass man nicht erst verheiratet sein muss, um einen Haushalt zusammenzustellen, wie es früher immer war, wo man seine Aussteuer hatte und zur Hochzeit alles bekommen hat, was noch fehlte.

 

Die Erkenntnis

 

Es ist so eine Erkenntnis, dass ich auch alleine einen Haushalt haben kann, dass ich mich so einrichten kann, wie es mir gefällt und zwar ohne Rücksicht auf jemand anderen.

Dieses feine Geschirr, das man jetzt nicht so im Alltag gebraucht, symbolisiert für mich gerade diesen Schritt in Richtung eigener Haushalt und ist für mich gar nicht so einfach, weil ich eigentlich jemand bin, der dem Minimalismus anhängt, vor allem, was unnötige (Haushalts)gegenstände betrifft.

Aber hey, jetzt ist es da und ich freue mich, weil ich lernen und wachsen darf. Neue Erkenntnis bringt weiter.

Ich lerne wieder neue Dinge über mich selbst und baue mein Nest weiter aus.

 

Wie baust du dein Nest aus und wann hast du das letzte Mal etwas Schönes gekauft?

 

 

 

2 Kommentare zu “Vom Nest und der Zuckerdose”

  1. Anne A.

    Hallo Friede 🙂
    ein gutes Thema … seit ich zu Hause ausgezogen bin, habe ich versucht mir ein Nest einzurichten, wusste aber auch, dass das Wohnheim nicht auf Dauer mein Zuhause bleiben würde. Aber im Rahmen der Möglichkeiten habe da einiges ausprobiert. 🙂 Unser Nest baue ich gerade ja nicht mehr allein und damit muss ich auch Rücksicht auf meinen Mann nehmen. Ich habe zum Beispiel gestern einiges um- und aufgeräumt und bin jetzt ganz glücklich damit. So viel Zeug kaufe ich mir nicht mehr, aber ich habe zwei schöne weiße schlichte Vasen von meiner Schwiegermutter bekommen, die mag ich sehr – und zur Hochzeit haben wir unser Nest mit einem Geschirrset eingeweiht. Ziemlich klassisch, dass man sowas zur Hochzeit bekommt, aber es ist eben auch ein nochmal neuer Lebensabschnitt. 🙂 Nestbau hat für mich auch mit Projekten zu tun, die ich in der Wohnung angehe – Pflanzen, Möbel selbst aussuchen und zusammenbauen, Deko basteln, Bilder aufhängen…
    Mein aktueller Blogpost passt glaube ich ein wenig zum Thema =D
    Liebe Grüße
    Anne

  2. fraufriede

    Hi Anne,
    selbst wenn man nicht lange an einem Ort bleibt, versucht man doch, sich schön einzurichten! 🙂 Oh ich liebe Vasen! Ich muss mich immer ganz schrecklich beherrschen, wenn ich shoppen gehe 🙂
    Ich liebe es auch, zu dekorieren und bin da in letzter Zeit auch kreativer geworden. Bei mir ist eher das Problem, dass ich verschiedene Dinge mag, die stilistisch nicht so zusammenpassen und das auf kleinstem Raum zusammenzubringen, ist ein bisschen schwierig 🙂 Dein Post zu dem Thema passt sehr gut und ist sehr spannend!

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